Technisches Wissen

So vermeiden Sie Ausfälle und Sicherheitsrisiken bei Kranhubwerken

Abgebildet ist eine hydraulische Seilwinde bzw. Hubwinde mit Planetengetriebe an einem Mobilkran. © Arrowhead Winch. Das Bild wird mit Genehmigung des Rechteinhabers im Rahmen der Partnerschaft verwendet.

Kransicherheit beginnt hier – warum die Wartung von Seilwinden und Hubwinden unverzichtbar ist

In der Kran- und Hebetechnik gilt: Sicherheit hat oberste Priorität. Eine der wichtigsten Komponenten eines Mobilkrans ist die Seilwinde bzw. Hubwinde – insbesondere in Form eines Planetenhubwerks, das Lasten und teilweise auch Personen bewegt. Eine regelmäßige Wartung der Seilwinde am Kran ist daher keine Option, sondern eine zwingende Voraussetzung für einen sicheren und zuverlässigen Kranbetrieb.

Warum die Wartung von Seilwinden und Hubwinden so wichtig ist

Moderne Seilwinden und Hubwinden für Krane, wie die bewährten BRADEN PD– und CH-Serien, sind hochbelastete und technisch komplexe Antriebssysteme. Sie müssen unter allen Bedingungen zuverlässig arbeiten, um schwere Lasten sicher zu halten.

Die Einhaltung der Herstellerangaben zur Wartung von Seilwinden, regelmäßige Inspektionen der Hubwinde sowie die Beachtung geltender Normen und Sicherheitsvorschriften sind daher unerlässlich. Versäumte Wartungsintervalle oder aufgeschobene Reparaturen erhöhen das Risiko von Windenversagen, ungeplanten Stillständen und ernsthaften Sicherheitsvorfällen.

Als offizieller Partner von Arrowhead Winch in Deutschland orientiert sich ESCO Antriebstechnik an international anerkannten Best Practices. Arrowhead Winch stellt mit dem Dokument LIT2739 (PB308) einen branchenweit etablierten Leitfaden zur Inspektion, Wartung und Prüfung von Seilwinden und Hubwinden mit Planetengetriebe zur Verfügung.

Tägliche Inspektion von Seilwinde und Hubwinde

Vor jedem Einsatz sollte die Kran-Seilwinde bzw. Hubwinde einer kurzen, aber gründlichen Sicht- und Funktionsprüfung unterzogen werden:

  • Ölstand der Seilwinde prüfen
    Bei Hubwinden mit Schauglas täglich kontrollieren. Der Ölstand muss zwischen Mindest- und Höchstmarkierung liegen.
  • Entlüftungsventil (Vent Plug) der Hubwinde
    Täglich auf Beschädigungen oder Leckagen prüfen. Bei Ölverlust ist die Seilwinde sofort außer Betrieb zu nehmen.
  • Sichtprüfung der Seilwinde
    Gehäuse, Schraubverbindungen, Bolzen und Hydraulikleitungen auf Verschleiß oder Beschädigungen prüfen.
  • Sicherheitsfunktionen an der Hubwinde
    Einrichtungen wie Anti-Two-Block-Systeme müssen einwandfrei funktionieren.
  • Ratschen- und Sperrklinkenmechanismus der Seilwinde
    Falls vorhanden, auf korrektes Eingreifen prüfen.
  • Warmlauf der Hubwinde
    Besonders bei niedrigen Temperaturen sollte die Seilwinde vor dem Lastbetrieb langsam angewärmt werden.

Vierteljährliche Wartung von Kran-Seilwinden

Alle drei Monate ist eine vertiefte Wartung der Seilwinde und Hubwinde erforderlich:

  • Bremsenprüfung der Hubwinde
    Die Last darf bei neutraler Steuerung nicht absinken. Jede Bewegung weist auf ein Problem hin.
  • Korrosions- und Schadensprüfung
    Kontrolle von Trommel, Gehäuse und Befestigungselementen der Seilwinde.
  • Ölanalyse der Seilwinde
    Frühzeitige Erkennung von Getriebeverschleiß oder Verunreinigungen.

Jährliche Inspektion der Seilwinde und Hubwinde

Einmal jährlich sollte eine umfassende Prüfung der Kran-Seilwinde erfolgen:

  • Ölwechsel an der Seilwinde nach vorheriger Ölprobenentnahme
  • Ausbau, Reinigung und Prüfung des Entlüftungsventils der Hubwinde
  • Kontrolle auf Stoßbelastungen (Shock Loading) an Seil, Trommel und Hubwinde
  • Funktionstest der Bremse unter realen Lastbedingungen

Tiefeninspektion (Teardown) von Seilwinden – alle 3 bis 5 Jahre

Bei intensiv genutzten Hubwinden, insbesondere beim Personenheben, ist eine vollständige Zerlegung der Seilwinde notwendig:

  • Demontage und Prüfung aller Windenkomponenten
    Zahnräder, Lager, Bremsen, Bolzen und Sperrklinken der Seilwinde
  • Austausch sicherheitsrelevanter Bauteile der Hubwinde
    z. B. Bremskupplung und Ratschenmechanismus
  • Magnetpulverprüfung (MPI) an Getriebeteilen der Seilwinde
  • Erneuerung aller Dichtungen und O-Ringe
  • Last- und Funktionstests der Hubwinde
    Statischer Zugtest bis zur Nennlast sowie dynamische Prüfung
  • Ölwechsel nach der Revision der Seilwinde
    Nach ca. 100 Betriebsstunden erneut wechseln

Fazit: Regelmäßige Wartung von Seilwinden und Hubwinden rettet Leben

Eine mangelhaft gewartete Seilwinde oder Hubwinde stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Ungewöhnliche Geräusche, ruckelnde Bewegungen oder driftende Lasten sind immer ein Warnsignal und erfordern eine sofortige Stilllegung der Winde.

Durch strukturierte Wartungsintervalle, lückenlose Dokumentation und fachgerechte Instandhaltung stellen Sie sicher, dass Ihre Kran-Seilwinde:

  • sicher arbeitet
  • länger hält
  • weniger Ausfallzeiten verursacht
  • alle relevanten Sicherheitsanforderungen erfüllt

Die professionelle Wartung von Seilwinden und Hubwinden ist kein optionaler Aufwand, sondern ein entscheidender Beitrag zur Arbeitssicherheit und Anlagenverfügbarkeit.

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